Armut und Reichtum

Der globale Zusammenhang von Überfluss und Mangel

Während einer Reise durch Afrika strandete der Autor und Filmemacher Károly Koller in einem kleinen Dorf in einer entlegenen Provinz. Mangels Hotel wurde er im Waisenhaus einquartiert und so verbrachte er mehrere Tage mit den Kindern. Sie trugen zerrissene Kleidung, sie hatten nicht viel zu essen, aber sie schienen nicht unglücklicher zu sein als die Kinder, die er aus Deutschland kannte. Er begann, sich zu fragen: „Was macht einen Menschen arm, was macht ihn reich?"

Collage Armut Reichtum

Die Kinder versuchten, ihn zu beruhigen und sagten: „Wir sind doch nicht arm. Wir haben genug zu essen. Oft essen wir sogar zweimal am Tag!“

Er begann, Spenden zu sammeln und Unterstützung für die Kinder zu organisieren. Mit Freunden und Kollegen diskutierte er über die Ursachen der Armut in der Welt. Seine Fragen wurden auch zu unseren Fragen und wir entschieden uns zu der vorliegenden Produktion.


Filmtrailer: Armut und Reichtum

Im Dialog mit vier Gesprächspartnern, die uns mit ihrem Wissen, ihrer menschlichen Integrität und ihrer Erfahrung überzeugen, gehen wir der Frage nach, was in der Welt Armut verursacht und wie Armut und Reichtum miteinander zusammenhängen.

 

Dr. Daniele Ganser



Dr. Daniele Ganser,
Historiker und Friedensforscher.
Er leitet das Schweizer Institut für Friedensforschung und Energie
(SIPER) in Basel.

 

Prof. Dr. Thomas Pogge

 

Prof. Dr. Thomas Pogge,
Professor für politische Philosophie und Ethik an der Yale University in New Haven, USA.
Er ist Begründer des „Health Impact Fund“, einer Organisation, die für die weltweite, gerechte Versorgung mit Medikamenten eintritt.


 

Prof. Dr. Aram Ziai





     

 

Prof. Dr. Aram Ziai,

Professor für Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien an der Universität Kassel.

 

 

Prof. Dr. Jean ZieglerProf. Dr. Jean Ziegler,

emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Genf und der Sorbonne in Paris.

Er ist Mitglied im beratenden Ausschuss des UNO-Menschenrechtsrates und war der erste Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung.



„Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren am Hunger. 57000 Menschen sterben am Tag am Hunger und fast eine Milliarde sind permanent schwerstens unterernährt“, zitiert Jean Ziegler aus dem jährlichen Bericht der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. In demselben Bericht wird ausgeführt, dass die Weltlandwirtschaft problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren könnte. Also gründet der Hunger nicht auf einem Mangel an Lebensmitteln, wie Aram Ziai verdeutlicht: „Wir leben ja nicht in einer globalen Planwirtschaft, wo die verfügbaren Nahrungsmittel verteilt werden an alle Menschen, die irgendwie was essen möchten, sondern wir leben in einem Kapitalismus, wo es eben darauf ankommt, sich diesen Zugang zu Nahrungsmitteln leisten zu können.“

Die Lebensumstände der Waisenkinder in einem kleinen Dorf irgendwo in einem sogenannten „Entwicklungsland“ stehen in einem direkten Zusammenhang mit Regelungen, die in den reichen Ländern der Erde getroffen werden: Subventionen für den Export von Agrarüberschüssen in Europa z.B. machen es Bauern in vielen afrikanischen Ländern unmöglich, mit ihren Erzeugnissen ein angemessenes Einkommen zu erwirtschaften. Die Ausbeutung von Rohstoffen führt zwar vielfach zu einem bemerkenswerten Wachstum des Bruttosozialprodukts, wenn die Gewinne jedoch bei Tochterfirmen internationaler Konzerne anfallen, die das Kapital ins Ausland transferieren, profitiert die einheimische Bevölkerung nicht davon. Sie leidet im Gegenteil unter steigenden Preisen.

Trotz aller Ungerechtigkeit gibt es Initiativen, die Mut machen: Am Beispiel eines neuen Vergütungssystems für Arzneimittel, das den Armen der Welt Zugang zu neu entwickelten Medikamenten ermöglichen will, zeigt der Film „Health Impact Fund“ einen Weg auf, das herrschende System intelligent zu umgehen. Derzeit laufen die ersten Pilotprojekte an, in denen das von Prof. Dr. Thomas Pogge entwickelte Konzept umgesetzt wird.


Film: Health Impact Fund

Umfangreiches Zusatzmaterial ergänzt die DVD und lädt ein, interessanten Unterricht zu gestalten: Ausgewählte Filmzitate aus den Gesprächen dienen als authentische Quellen, „verkehrte“ Weltkarten und Globen stellen unsere Sicht der Welt infrage. Oder gibt es einen objektiven Grund, warum die Erde immer mit der nördlichen Halbkugel oben dargestellt wird? Eine gekürzte Fassung des Films kann eingesetzt werden, falls die Zeit für die lange Version nicht ausreicht. Im Booklet und auf der DVD-ROM finden Sie neben vollständigen Transkripten der Filme und Filmzitate einführende Texte zu den Filmen, Kurzbiografien der Gesprächspartner und weitere Informationen und Materialien.
Weltkarte
Der Film und die DVD sind aus einer persönlichen Begegnung entstanden. Sie sind das Ergebnis der Arbeit von Freunden. Die Art und Weise, wie dieser Film zustande kam, bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass die Armut in der Welt kein unausweichliches Schicksal ist.

Es ist unsere Welt, in der wir leben. Nur wir können sie verändern!

München, im Mai 2014
Unterschriften
   Károly Koller                        Stefan Frank                   Saba Bussmann

 



Armut und
Reichtum

Der globale
Zusammenhang
von Überfluss
und Mangel


Laufzeit Hauptfilm:
41 Minuten
gekürzte Version:
25 Minuten
weitere Filme
und Filmzitate:
53 Minuten

DVD-Video, PAL, 16:9

Ausgewählte Filmzitate,
Arbeitsmaterialien,
weiterführende
Informationen und
vollständige Transkripte
auf DVD-ROM
und im Booklet.

>> Preise und Bestellmöglichkeiten

Die DVD eignet sich für den Einsatz im Unterricht allgemeinbildender und weiterführender Schulen in Fächern wie Gesellschaftskunde, Geschichte, Geographie, Sozialkunde, Wirtschaft, Gemeinschaftskunde aber auch Religion, Ethik, Philosophie ab der siebten, achten Jahrgangsstufe.

>> Flyer (pdf)











































































Link zur Homepage des
>> Health Impact Fund